Garde-Generation geht

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Prinzengarde nimmt Abschied – Sechs Tänzerinnen sind seit dem ersten Training im Jahr 1999 bis heute dabei

De l b r ü c k (WV). Wenn nach dem letzten Tanz, dem letzten Auftritt nach 16 Jahren, zum Abschied in wenigen Tagen das Lied »Adieu, mein kleiner Gardeoffizier« erklingt, »werden Tränen fließen. Das weiß ich jetzt schon«, sagt Kathrin Bücker. Sie gehört der großen Prinzengarde des Karnevalvereins »Eintracht Delbrück von 1832« an. In dieser Session hängt die Garde nach vielen erfolgreichen Jahren auf der Bühne die weißen Tanzstiefel an den Nagel.

Abschied Garde

Einige Tänzerinnen dieser Garde-Generation sind seit den ersten Trainingsschritten dabei. Das war 1999, als sich damals die jetzige Garde als Kindergarde zusammenfand. »Im Jahr 2000 hatten wir den ersten Auftritt in der Stadthalle«, erinnern sich die Trainerinnen Birgit Kerkstroer und Cindy Brautmeier, die die Tänzerinnen sowohl
als Kindergarde, danach als Jugendgarde und in den vergangenen sechs Jahren als große Garde trainiert und betreut haben. Die Trainerinnen gehen jetzt ebenfalls von Bord. Cindy Brautmeier: »Uns wird der Abschied natürlich auch schwerfallen. Man hat gemeinsam ja viel erlebt. Das schweißt zusammen. Auch das Kribbeln, das man immer vor den Auftritten hatte, wird fehlen…«

Den Grundstein für eine Kinder und Jugendgarde im KV Eintracht hatte in den frühen 1990er Jahren Christine Reiher gelegt. Seit dem Jahr 2000 gibt es im ältesten und mitgliederstärksten Karnevalverein im Bund Westfälischer Karneval die Dreigliedrigkeit bei den Garden, also Kindergarde, Jugendgarde, Prinzengarde. »Die jetzige Garde ist also die erste, die alle Stationen kontinuierlich durchlaufen hat«, berichtet Birgit Kerkstroer.
Aus den damals zwölf Mädels der ehemaligen Kindergarde, seinerzeit zwischen sieben und zehn Jahre alt, sind längst junge Frauen geworden. Einige haben inzwischen geheiratet, es sind auch schon zwei Babys da, ein drittes Kind ist unterwegs. Nicht nur deswegen war klar, dass die aktive Zeit nun ausklingt. Die jetzige Jugendgarde möchte schließlich auch aufrücken und als große Garde tanzen.

Von der Garde, die nun geht, sind von Beginn an dabei: Marlen Fortströer, Katrin Bücker, Carina Ikemeyer, Sarah Knapp, Ines Howe und Teresa Schäfer. Sie und die anderen Mädchen hatten damals die Uniform der allerersten Kinderund Jugendgarde übernommen. »Und wir haben diese Kostüme auch noch mal weitergegeben«, erinnert sich Katrin Bücker. Dass es in einer Garde immer mal ein Kommen und Gehen gibt, Neue hinzukommen und andere vorzeitig mit dem Tanzen aufhören, ist ganz normal. »Aber seitdem damals die Jugendgarde auf 16 Mädchen aufgestockt wurde, ist der jetzige Stamm fast komplett zusammengeblieben«, weiß Cindy Brautmeier, die ebenso wie Trainerinkollegin Birgit Kerkstroer noch selbst bis 2003 getanzt hat.

Garde damals

Die Garde ist eine verschworene Gemeinschaft geworden, denn mit Trainingsstunden, Sport und Auftritten allein ist es ja nicht getan. Katrin Bücker, stellvertretend für die anderen »Mädels«: »Wir haben immer viel unternommen, es gab über die Jahre hinweg Grillfeste, Ausflüge mit dem Prinzen, Teilnahme an Gardenrallyes, Pättchentouren, Nachmittage beim Wasserski oder beim Minigolf, Besuche von Männerballett-Turnieren und anderes mehr.« Die beiden Trainerinnen haben in all den Jahren so ziemlich alles mitbekommen, was ihre Schützlinge auch abseits des Tanzens bewegte: Probleme in der Schule, der erste feste Freund, Liebeskummer, berufliche Entscheidungen, Wechsel ins Studium – die ganze Palette. Da vertiefen sich Freundschaften noch weiter, etwa an Wochenenden, wenn es in Clubs geht oder sonstwie die Zeit gemeinsam verbracht wird.

Birgit Kerkstroer und Cindy Brautmeier haben sich in den vergangenen fast 17 Jahren als Trainerinnen
mehrfach weitergebildet, Dozenten-Workshops besucht, um dann mit der Garde neue Schrittfolgen, neue Formationen, pfiffige Positionswechsel, neue Tänze einzustudieren. »Wir konnten aber immer mitreden, wenn wir was Neues gemacht haben«, erzählt Katrin Bücker augenzwinkernd. Und neu waren die Tänze in jedem
Jahr. In der Abschiedssession tanzt die Prinzengarde wieder musikalisch live begleitet von der Delbrücker
Stadtkapelle. An dieser Stelle hat Birgit Kerkstoer ein fettes Lob für die Stadtkapelle parat: »Das hat immer super geklappt.« Diesmal hat sich die Garde für den Aufmarsch »Ein Hoch auf uns« von Andreas Bourani und als
Musik zum Gardetanz ein Medley aus älteren und modernen Schlagern ausgesucht – von »Du kannst nicht immer 17 sein« bis hin zu »Atemlos«.

Bericht aus dem Westfalen Blatt 27.01.2016 von Jürgen Spieß

Autor:Alex Fecke

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