Corona killt Karneval weitestgehend – Zur 189. Session wird der KV Eintracht Delbrück wohl nur ein neues Motto verkünden

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Delbrück (WV). Noch hat sie nicht begonnen, die 189. Session des ältesten und mitgliederstärksten Karnevalvereins im Bund Westfälischer Karneval. Und sollte nicht noch etwas völlig Unwahrscheinliches passieren, wird der Karnevalauftakt am 11.11. in einem ganz kleinen Rahmen samt Mottoverkündung auch die einzige offizielle Veranstaltung des KV Eintracht Delbrück in den kommenden Monaten bleiben. Corona killt den Karneval also weitestgehend.

Rosenmontagszug, Kinderzug, sämtliche Saalveranstaltungen und damit auch die Prinzenproklamation und die Weiberfastnacht, außerdem das Kranzreiten – all dies und noch weitere Termine fallen aus.

In der Generalversammlung des KV „Eintracht von 1832 e.V.“ in der Stadthalle sagte Vorsitzender Peter Josephs, es hätte zumindest die Möglichkeit gegeben, das traditionelle Kranzreiten auf Stratmanns Wiesen als Kulturveranstaltung anzumelden und coronagerecht unter freiem Himmel zu organisieren. Erfahrungsgemäß kommen aber weit mehr als 1000 Karnevalisten und Schaulustige zum Kranzreiten, bei sehr gutem Wetter auch deutlich mehr. Josephs: „Das Problem wäre dann, dass die Menschen auch danach noch vor Ort bleiben wollen – noch ein bisschen feiern, etwas trinken, völlig verständlich.“ Aufgrund der Coronasituation möchte der KV Eintracht jedoch keinerlei Risiko eingehen und streicht das Kranzreiten.

Zumindest das, was ohne Wagnis stattfinden könnte, soll es in der 189. Session geben. Wie etwa die Mottofindung. Präsident Peter Hartmann: „Vizepräsident Ralf Brüggenthies und ich nehmen gern noch Vorschläge entgegen.“ Hartmann hofft, dass die Sinnsprüche „nichts mit Corona zu tun haben. Das zieht einen so runter…“

Auf dem Programm steht ferner die Karnevalsmesse am 14. Februar. Peter Josephs: „Außerdem wollen wir wieder eine Karnevalszeitung herausgeben, wir werden die Stadt bunt schmücken, und in Zusammenarbeit mit der Demag denken wir auch wieder an den Schaufensterwettbewerb.“ Etwas nachdenklich schob der Vorsitzende hinterher: „Das Schlimmste, was passieren könnte, wäre, dass wir die gute Laune komplett verlieren.“

Nach vorn schauen – das wollen und werden auch die Tänzerinnen der Prinzengarde, der Jugendgarde, der Kindergarde, das Jugendtanzpaar, das Kindertanzpaar, das Solomariechen und das Kindersolomariechen. Stellvertretend für die Garden, Paare und die Solomariechen sagte Christina Eikel: „Es ist schwierig zur Zeit, alles ist anders. Gardetanz ist Kontaktsport. Normalerweise wären wir jetzt alle voll im Training und hätten schon richtig Bock, mit neuen Tänzen bald wieder für euch auf der Bühne zu stehen. Aber wir treffen uns natürlich weiterhin, inzwischen trainieren wir ‚auf Abstand‘ in der Stadthalle und haben uns dafür ein kreatives Alternativproramm ausgedacht.“

Dem KV Eintracht Delbrück gehören aktuell 1177 Mitglieder an, berichtete in der Generalversammlung 2. Kassierer Hartwig Tanger. Die Altersstruktur reicht vom Kleinkind bis zum Senior.

Finanziell ist der Verein nach wie vor solide aufgestellt. 1. Kassierer Hans-Dieter Rath berichtete, dass im abgelaufenen Geschäftsjahr in der Bilanz bei Einnahmen in Höhe von rund 139.000 Euro und Ausgaben in Höhe von rund 133.000 Euro ein Überschuss in Höhe von 6500 Euro erzielt werden konnte.

Zu Beginn der Versammlung hatte der 1. Schriftführer Heiner Kleine das Protokoll von 2019 vorgetragen, der 2. Vorsitzende Johannes Westerhorstmann verlas den umfangreichen Jahresbericht der 188. Session. Westerhorstmann, der auch als Zugkoordinator Verantwortung trägt, ging ferner auf die zahlreichen Änderungen ein, die es in diesem Jahr gegeben hatte. Er lobte, dass der Aufruf an die Wagenbauer, noch buntere und schönere Wagen zu bauen („gern mit Motiven aus der großen und kleinen Politik“), positiv aufgenommen und umgesetzt worden war. Auch die Zug-Moderation am Alten Markt durch Christiane Grothoff-Kowalewski und Wigbert Jakobi sei gut angekommen.

Inwieweit die neue Zugstrecke am Rosenmontag Anklang gefunden hat, „wissen wir nicht genau. Durch Corona haben wir wenig Feedback bekommen. Wir wollen die Zugstrecke, die wir im diesem Jahr hatten, noch zwei, drei Jahre ausprobieren“, so Westerhorstmann.

Quelle: Westfalen Blatt, 12.10.2020, Jürgen Spieß

 

Autor:MM